Reformpoolprojekte
Derzeit sind in Oberösterreich folgende Reform-Poolprojekte in Bearbeitung:
Integrierte Versorgung Schlaganfall in OÖ (eingereicht von OÖ GKK und Land OÖ):
Ende 2010 wurde das Projekt abgeschlossen und der Beschluss gefasst das Projekt in den Regelbetrieb zu überführen. Das IVS Oberösterreich konnte durch diverse Prozessdiskussionen und Handlungsaufträge erste Erfolge im Krankenhausbereich sowie Transportwesen verbuchen. So konnte zum Beispiel die Avisoquote im Transportbereich gesteigert oder die Codierungsgenauigkeit im Krankenhaus erhöht werden. Für den Regelbetrieb wurden das Gesamtziel sowie die Segment-Ziele (Information der Bevölkerung, Notfall-Management & Transport, Krankenhaus Aufenthalt, Rehabilitation, 3-Monate Follow-Up) geschärft und darauf aufbauend Maßnahmen priorisiert. Der Datentransport über ELDA, gezielte PR Maßnahmen, IVS Feedbackgespräche oder die Erstellung eines 3 Monate Follow Up Konzeptes sind ein Auszug dieser Priorisierung.
Im Rahmen der Überführung in den Regelbetrieb wurden beim Datenmanagement des IVSOÖ nötige Änderungen vorgenommen: War die Datenstruktur im Projektbetrieb vorwiegend auf die IVSOÖ Dokumentation fokussiert, so wurde mit der Überführung in den Regelbetrieb das Datenmanagement neu strukturiert, indem der codierte LKF Fall nun als „härtestes“ Einstufungs-Kriterium für einen Schlaganfall herangezogen wird. Verstärkt wurde im Jahr 2011 die Öffentlichkeitsarbeit bzw. PR-Tätigkeit sowie die Mitwirkung an Informationsveranstaltungen festgelegt. Im September 2011 wurde der Zusammenarbeit zwischen der OÖGKK und der Johannes-Kepler-Universität im Sinne einer Wissenschaftskooperation zum Thema IVS in OÖ zugestimmt.
Projektleitung:
Hr. Andreas Eckschlager (
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Diabetikerbetreuung OÖ (eingereicht von OÖ GKK und Land OÖ):
Auch das 2. Reformpoolprojekt OÖ´s wurde im Jahr 2011 in den Regelbetrieb übergeführt. In der Plattformsitzung vom Juni 2011 wurde der Regelbetrieb ab 1.7.2011 beschlossen basierend auf den Evaluierungsergebnissen, dass alle medizinischen Parameter der eingeschriebenen Patienten im Durchschnitt tendenziell eine Verbesserung aufwiesen. Auch die darstellbare Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit war ein Grund für den positiven Beschluss – mit einer Finanzierung je zur Hälfte durch das Land und die Sozialversicherung.
In der ersten Jahreshälfte 2011 wurden auch alle Voraussetzungen für die Umstellung des bisherigen Betreuungsprogramms auf das neue Programm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ geschaffen. Der Umstieg erfolgte im Zuge der Aufnahme des Regelbetriebs am 1.7.2011 mit folgenden kolportierten Vorteilen:
1) Durch die Österreich weite Einheitlichkeit steht ein entsprechend größerer Datenpool zur Verfügung, der eine höhere Validität von Aussagen im Zuge von Evaluierungen ermöglicht
2) Möglichkeiten des Benchmarks mit anderen Bundesländern
3) Erfassung der Lebensqualität mittels standardisiertem Verfahren und jährlicher Dokumentation
4) Elektronische Anmeldung und Dokumentation => bessere Datenqualität und zentrale Datenverfügbarkeit für ganz Österreich
5) Angebot von Feedbackberichten und Remindern
Mit diesem Umstieg haben sich die Pauschalen für die ärztlichen Leistungen erhöht (ca. 17%) und die Datenerfassung erfolgt seit 1.7.2011 von den Arztordinationen. Die erfassten Daten werden schließlich elektronisch in pseudonymisierter Form an eine zentrale Datensammelstelle für ganz Österreich übertragen. Ein verstärkter Fokus lag 2011 auch auf der Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Unterstützung der ÄrztInnen, um die Motivation für noch nicht eingeschriebene ÄrztInnen bzw. PatientInnen zu erhöhen (Veranstaltungen, Print-Medien, Ärzteschulungen etc.).
Projektleitung:
Fr. DI Birgit Otruba (
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Gesundheitsnetzwerk Perg (eingereicht von Ärztekammer und SHV Perg):
Diese Konzeptionsarbeit verfolgt das Ziel, eine verbesserte medizinische Versorgung vor Ort im Bezirk Perg zu entwickeln. Ein erstes Rohkonzept wurde im Jahr 2010 entwickelt.
Projektleitung:
Hr. Mag. Alois Alkin (
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Gesundheitszentrum Wels (eingereicht vom Klinikum Wels):
Die Evaluierung bis April 2011 zeigte, dass hohe PatientInnenzufriedenheit sowie hohe medizinische Qualität erzielt, jedoch die ökonomischen Ziele nicht im erhofften Ausmaß erreicht wurden. In einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung würden für das Land OÖ deutliche Mehrkosten anfallen und für die Sozialversicherungen wenig-zufriedenstellende Effekte erreicht.
Unter diesen Gesichtspunkten wurde in der Gesundheitsplattform im Juni 2011 die Verlängerung des Reformpoolprojektes bis 31.12.2011 beschlossen; in der Plattformsitzung im November 2011 kam es abermal zum Beschluss, dass das Reformpoolprojekt GHZ Wels ein letztes Mal bis 30.6.2012 verlängert wird, wobei eine etwaige Rückführung in eine Tagesklinik bereits eingetaktet sein müsste.
Projektleitung:
Hr. Maximilian Aichinger, BSc ( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. )
Verbesserung der medizinischen Versorgung in Alten- und Pflegeheimen (eingereicht von OÖ GKK und Land OÖ):
Entsprechend der zwischen den Umsetzungspartnern vereinbarten Maßnahmenliste aus dem Jahr 2010 wurde die Bearbeitung über die Steuerungsgruppe APH koordiniert. Seitens der Oö GKK wurden konzeptionelle Arbeiten zur Verbesserung der physiotherapeutischen und fachärztlichen Versorgung vorangetrieben. Im Bereich der physiotherapeutische Versorgung wurde 2011 um insgesamt 53 Std/Woche aufgestockt (2 Heime wurden reduziert bzw. verlegt und 5 Heime wurden aufgestockt). Im Bereich der fachärztlichen Versorgung vor Ort im Heim werden im Fachbereich Psychologie/Neurologie Piloten im Rahmen des Demenzprojektes durchgeführt werden. In den Fachbereichen Dermatologie sowie Augenheilkunde wurde zwischen der OÖGKK und der Ärztekammer OÖ ein Konzept ausgearbeitet. Dieses soll in mehreren Piloten im Jahr 2012 getestet werden.
2011 wurden im Rahmen der zahnärztlichen Versorgung Daten ausgewertet, die auf eine grundsätzliche flächendeckende Versorgung in OÖ hinweisen. Die Versorgung funktioniert entweder über die Zahnambulatorien der OÖGKK oder über niedergelassene ZahnärztInnen in der Umgebung. Im Bereich der Mundpflegeprophylaxe-Schulung für das Pflegepersonal wurden in 6 APHs bereits eine Schulung umgesetzt, welche vom Pflegepersonal sehr gut angenommen wurden. Nun wird ein flächendeckendes Konzept für die Prophylaxe ausgearbeitet.
Der Maßnahmenbereich Kommunikation und Kooperation wird seitens der Sozialabteilung verantwortet und konzentrierte sich 2011 auf die Funktion des ärztlichen Koordinators. In zwei Piloten (APH Karl Borromeäus und APH Kremsmünster) mit unterschiedlichen Gegebenheiten wird diese Funktion getestet und seitens der Fachhochschule OÖ Anfang 2012 evaluiert.
Die OÖGKK erarbeitete 2011 ein ÖKO Tool für Verbandsstoffe, das über das Internet abrufbar ist. Eine erste Evaluierung brachte positive Effekte und daher ist die Ausdehnung auf weitere APHs geplant. Auch in den Bereichen der gemeinsamen Fortbildungen, Standards für den Umgang mit Infektionskrankheiten oder Wissenstransfer und Zusammenarbeit wurden und werden diverse Maßnahmen ausgearbeitet bzw. mit anderen Projekten wie z.B. eHealth oder NSM verknüpft.
Projektleitung:
Fr. DI Birgit Otruba (
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Integrierte Versorgung demenziell erkrankter Menschen (eingereicht von OÖ GKK und Land OÖ):
Die Projektgruppe entwickelte entsprechend der Beauftragung ein Pilotierungskonzept. Im Vorfeld zur Sitzung der Gesundheitsplattform im November 2011 wurden noch einige Adaptierungen und Änderungen aufgezeigt, die nunmehr bis Mai 2012 zu klären sind. Grundsätzlich wurde das primäre Ziel des Projektes, nämlich die Betreuung und Behandlung der PatientInnen sowie ihrer Angehörigen sicherzustellen bzw. zu stärken, nochmals geschärft. Darauf aufbauend wurden die Handlungsfelder 2-5 im Pilotierungskonzept fokussiert (HF2: Maßnahmen in Tagesbetreuungseinrichtungen; HF3: Ausbau fachärztlicher und therapeutischer Betreuung in stationären Altenpflegeeinrichtungen; HF4: Etablierung spezialisierter Demenzteams, angeschlossen an eine bestehende Einheit wie Tageszentrum; HF5: Einrichtung eines Projektmanagements und begleitenden Evaluierung) und für die Pilotregionen Wels und Kirchdorf eine Solldarstellung erarbeitet. Das Handlungsfeld 1 (Stärkung der Früherkennung durch Ausweitung der Anamnese bei HausärztInnen) wurde für die Pilotierung ausgesetzt und kommt somit während der Pilotphase nicht in der ursprünglichen Form zur Anwendung. Die entsprechende Adaptierung für die Pilotierung ist in Ausarbeitung.
Der Arbeitsplan sieht eine Befassung der Gesundheitsplattform im Juni 2012 vor mit dem Ziel, noch 2012 die beiden Piloten im Bezirk Kirchdorf und in der Stadt Wels zu starten.
Projektleitung:
Hr. Dr. Robert Schütz (
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Konzeption einer wohnortnahen strukturierten Versorgung bei chronischer Herzinsuffizienz (eingereicht von Ärztekammer):
Im Jahr 2011 wurde wie geplant die Sollkonzeptionsarbeit mit einer Erstfassung abgeschlossen. Diese wurde der neu konstituierten PSG im September vorgelegt. Ziel des Projekts ist die Erarbeitung von Kriterien eines patientenorientierten Behandlungs- und Versorgungsprogrammes, das regional und überregional umgesetzt werden kann verbunden mit einer Senkung der Wiederaufnahmerate und eine verbesserte Medikamentencompliance.
Das vorgelegte Erst-Konzept beinhaltet neben einer ausführlichen Beschreibung der IST-Situation (stationär und ambulant) und der bisherigen Projekte in Europa bzw. in Österreich auch einen Vorschlag der Prozessbeschreibung für das Projekt in Oberösterreich.
Projektleitung:
Fr. Mag. Sabine Weissengruber-Auer (
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Kinder- und Jugendkompetenzzentrum Innviertel (früher Fit 4 life) (eingereicht von Direktion Soziales und Gesundheit):
In der Modellregion Innviertel soll ein Kompetenzzentrum errichtet werden zur Diagnostik und Behandlung von Kindern, die nach MAS (Multiaxionales Diagnoseschema) behandlungsbedürftige Auffälligkeiten im emotionalen, kognitiven, sozialen und Verhaltensbereich haben (Arbeitstitel: "Komplexe Fälle").
Am 26.9.2011 fand im Beisein der Financiers, der Vertreter der beteiligten SHVs und der Leitung des beauftragten Trägers Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie OÖ GmbH eine Kick-Off Veranstaltung zum Start des Pilotprojekts statt. Es wurde festgehalten, dass die Nutzung bestehender Strukturen an den drei Standorten Andorf, Pramet und Mauerkirchen, die Niederschwelligkeit des Zugangs sowie die Einbindung der Familien wesentliche Punkte in der Umsetzung sind.
Das Kinder- und Jugendkompetenzzentrum steht Kindern, Jugendlichen und Eltern ohne ärztliche Zuweisung zur Verfügung bzw. können externe Fachleute auch ins Zentrum überweisen. Direkt vor Ort werden interdisziplinär vernetzte diagnostische, therapeutische und sozial- und heilpädagogische Leistungen erbracht. Das Projekt ist auf 3 Jahre ausgerichtet, um wertvolle Erkenntnisse im Rahmen einer Evaluierung für einen möglichen Ausbau des Modells auf weitere Planungsregionen zu sammeln.
Projektleitung:
Fr. Mag. Renate Hackl (
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